Sint Maarten bis Bermuda

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So – heute, Samstag, 08.09.2021, starten wir zum ersten grossen Schlag in Richtung Europa. Er führt von Sint Maarten (NL) nach Bermuda, je nach Wind und Kurs zwischen 860 bis 880 NM nordwärts.

Nun warten wir vor dem Hafen auf die Öffnungszeit der Brücke (11.30 Uhr) um die Lagune Richtung offenes Meer zu verlassen. In der Bucht ausserhalb der Lagune lassen wir unseren Anker fallen, denn es bleibt noch Zeit zum Sünnele und Baden. Der ARC-Start erfolgt um 12.00 Uhr.

Windy, verspricht eine tolle Überfahrt mit Querab-Winden zwischen 15 und 25 Knoten und Wellen von bis zu 2.5 m. Im Startgetümmel halten wir recht gut mit, aber dann werfen einige den Motor an, andere überholen uns langsam unter Segel. Wir hätten nicht gedacht, dass Kurzkiel und lattenloses Rollgross so viel ausmachen kann. Mich stört es schon, wenn ich die meisten Boote von hinten sehen muss. (Männer halt!) «Hätte ich doch bei Entscheidungen bezüglich Optionen …». Dafür ist unser Boot besser zu zweit handelbar und normalerweise messen wir uns ja auch nicht mit Konkurrenten. Karin lässt dies völlig kalt. Ihr geht Sicherheit und einfaches Handling vor. (Frauen halt!).

Am nächsten Morgen sind von blossem Auge weit und breit

keine Segelboote mehr sichtbar. Auf dem AIS können wir sie allerdings noch eine Weile verfolgen, bis sie sich nach hinten, vorne, backbords oder Steuerbords auch aus dem AIS-Bereich entfernen.

Am dritten Tag laufen wir in eine Flaute. Die Segel hängen schlaff herunter und nur die Wellen bringen etwas Bewegung hinein. Also werfen wir den Motor bei 1500 Touren an, um sorgsam mit dem Diesel umzugehen. Das Grosssegel lassen wir zu 25% stehen, die Genua bergen wir. Die Strecke ist noch lang! So fahren wir gegen die immer noch bis zwei Meter hohen Wellen mit 4 kn an. In der Nacht vom Freitag auf Samstag dann der Schock: Eine Batteri kocht. Ich muss sie aus dem Netz nehmen. Noch etwas später hat sich die Stellschraube einer der Davits gelöst, so dass das Heck des aufgehängten Dingis im Wasser über die Wellen tanzt. Etwas später steigt der Motor aus und lässt sich nicht mehr starten. Wie sollen wir da in den Hafen einlaufen und ankern? Über Funk gelingt es mir Bermuda Radio um Assistance zu bitten. Wir vereinbaren mit einem Abschlepp-Service einen Treffpunkt bei der Sea Buoy ausserhalb der Riffe und der Inselgruppe. Um die Mittagszeit erreichen wir diese. 12.55 Uhr hängen wir am Schlepper, der uns zu einem geeigneten Ankerplatz zieht.

Fürs Einklarieren verbringen wir Stunden mit Warten und fürs Formulare noch einmal ausfüllen, obwohl wir sie vorgängig gemailt haben. Aber das sind wir ja gewohnt. Dafür geht der Covid-Test speditiv und schmerzlos über die Bühne. Nun erhalten wir rote Armbänder, die besagen, dass wir Touristen sind, denen erlaubt ist, die Insel zu betreten, Einkäufe zu tätigen aber nicht in geschlossenen Räumen oder Restaurants zu essen und zu trinken. Wir sind angekommen!

Am Abend treffen wir wieder unsere französischen Freunde von der TY Pierre III. Um Mitternacht fallen wir dann erschöpft in unsere Kojen und schlafen wieder einmal durch.